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Sloten, eine Prachtstadt
Die kleinste Stadt der Welt

Bis 1984 wurde Sloten auf Grund der gleichmäßigen Form auch als ideale Renaissancestadt bezeichnet, eine unabhängige Gemeinde mit einer vollwertigen Stadtverwaltung. Seit dem 1. Januar 1984 bildet Sloten, eine der berühmten elf friesischen Städte, zusammen mit der Gemeinde Gaasterland die Gemeinde Gaasterlân-Sleat. Das ist der friesische Name für Gaasterland-Sloten.

Sloten wurde bereits im 11. Jh. gegründet und bekam 1426 die Stadtrechte. Sloten verdankt seine Entstehung der günstigen Lage an der Kreuzung von Handelswegen auf dem Land und dem Wasser. Das lässt sich anhand der Form der Ansiedlung gut nachvollziehen. Der Ort lag unter anderem an der frühmittelalterlichen Route Stavoren-Coevorden-Bentheim (D) und Zuiderzee-Slotermeer-Middelzee. Das letztgenannte, allmählich versandende Meer wurde im späten Mittelalter zwischen 1200 und 1300 mit Hilfe von Deichen trockengelegt, die von Mönchen errichtet wurden.


Foto 1: Der pensionierte "brêgewipper" (Brückenwärter) Hendrik Meine Spoelstra sammelt bereits seit dreißig Jahren alles, wat mit der Geschichte von Sloten zu tun hat. "Sloten muss seine Wassertore wieder aufbauen und wieder Slooten heißen, mit zwei "o", genau wie früher."
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Die mächtige friesische Adelsfamilie Van Harinxma (thoe Slooten) baute im 13. Jh. an der Ee, an der Stelle, an der jetzt die römisch-katholische Kirche (1933) steht, einen sog. stins. Das ist ein mächtiger, viereckiger Flucht- und Lagerturm aus Stein ohne Spitze, die äußerst einfache friesische Variante einer Burg.

Die Bewohner des Turmes kontrollierten die Schifffahrt durch Sloten auf der Ee, einer bedeutenden Wasserstraße zwischen Sneek und Tacozijl, westlich von Lemmer. Die Van Harinxmas erhoben hier Zoll. Auf Anordnung von Karel V wurden der Turm und die umliegenden Wälle im Jahr 1531 niedergerissen.


Foto 1: Das friesische Sloten beansprucht den Titel 'Kleinste Stadt der Welt'. Der städtische Ausrufer Pieter Haringsma verkündet das laut und deutlichen auf seinen Führungen.
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Im Jahr 1581 bekam das Städtchen ein neues Festungswerk, bestehend aus einer Gracht, Verteidigungswällen, fünf Bastionen, zwei Landtoren. In den unruhigen Zeiten des 16. und 17. Jh. wurde Sloten mehrmals zusätzlich befestigt.

Die heute noch erhaltenen Wassertore (das Sneker- bzw. Woudsenderpoort und das Lemsterpoort) und die verschwundenen Landtore (das Koepoort vor der schmalen Koestraat und das Wyckelerpoort in Richtung Wyckel) dienten früher als Zolltore. In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 1588 wurde ein Überfall der Spanier vereitelt. Feindliche Soldaten, die sich auf einem Bierschiff versteckt hatten und denen von drei Verrätern aus dem benachbarten Tjerkgaast geholfen wurde, sollten ungehindert im die Festung eindringen. Der plan sickerte durch und es folgte ein heftiges Gefecht, das alle drei Jahre auf dem historischen Schaufest von Sloten nachgespielt wird.

Schiffe hatten nur eine Möglichkeit, das strategisch günstig gelegene Städtchen zu durchfahren, und zwar auf dem quer durch die Stadt verlaufenden Flüsschen Ee, das in die Zuiderzee mündete. Das ist auch heute noch so, allerdings ist die Durchfahrt durch den Bau eines Süßwasserzuflusses in Höhe der alten Schleuse, der Tacozijl, versperrt. Bis zur Fertigstellung des Abschlussdeiches im Jahr 1932 war die direkt mit dem Wattenmeer und der Nordsee verbundene Zuiderzee ein Salzwassermeer. Der Süßwasserzufluss wurde danach, vor dem II. Weltkrieg gebaut.


Sloten ist eine der elf friesischen Städte und wird von einem Flüsschen durchkreutzt.
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Im 18. und 19. Jh. war friesische Butter das wichtigste Handelserzeugnis von Sloten. England war der Hauptabnehmer. Die schönen Hals- und Treppengiebel der Kaufmannshäuser aus dem 17. und 18. Jh. am Diep, der zentralen Gracht, erinnern an die blühenden Zeiten und die große wirtschaftliche Bedeutung des Schiffsverkehrs in Friesland.

Das Diep wird von alten Linden umsäumt; die Kais sind mit Kopfsteinpflaster befestigt. Zusammen mit den zahlreichen Hals-, Treppen-, Ornament- und den Schweifgiebeln, den Toren und den authentischen Beschilderungen der Läden bietet das Stadtzentrum einen idyllischen Anblick.


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Die heutigen Wassertore datieren auf die Jahre 1768 (Sneker- bzw. Woudsenderpoort) und 1821 (Lemsterpoort). Bei dem letztgenannten Tor erhebt sich auf der Bastei die 1755 errichtete Getreidemühle. Hier stand bereits im Mittelalter eine Mühle. In dem Tor befindet sich auch ein kleines Gefängnis. Am Eingang zu der Zelle steht ein Pranger, der an den Überfall der Spanier erinnert. In der Sommersaison feuert der städtische Schützenverein von Sloten jeden Freitag die Kanone bei der Mühle ab, was vom städtischen Ausrufer laut und deutlich angekündigt wird.


Foto 1: Das Lemsterpoort (1821) ist eines der beiden Wassertore.
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Die im spätgotischen reformierte Kirche stammt aus dem Jahr 1647 und das Rathaus, heute das Museum, 'Stêdhûs Sleat', wurde 1761 erbaut.

Hinter dem südlichen Bollwerk befanden sich früher auch einige Bauernhöfe. Einer davon, ein großer Kopf-Hals-Rumpf-Bauernhof, ist erhalten geblieben und dient heute als Restaurant. Die südlichen Wälle wurden früher von den Frauen als Bleiche zum Trocknen und Bleichen de Wäsche in der Sonne genutz.

Städtchens

Sloten beansprucht den Titel 'Kleinste Stadt der Welt'.

Kanonen

Die Kanonen auf den Bollwerken sind einen Besuch wert.

Städtischen Ausrufer

Mit etwas Glück können Sie in Sloten dem städtischen Ausrufer begegnen.

Reformierte kirche

Reformierte kirche von 1647.

Flüsschen

Das schöne Sloten wird von einem Flüsschen durchkreutz.

Kaufmannshäuser

Monumentalen Kaufmannshäuser mit ihren Hals- und Treppengiebeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Pranger

Die Pranger, der an den Überfall der Spanier erinnert.

Zentrum

Das Zentrum von Sloten.